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DL2ARO

FuTK-512 Teil 1

Nie wieder Pickel!

FuTK-512            34 Jahre später ………………….

 

Teil 1            Technische Zone

 

Ich wollte schon immer mal erfahren was jetzt aus der Kompanie geworden ist, hatte aber niemals richtig die Gelegenheit dazu. Durch die Homepage www.nva-futt.de bin ich wieder auf Steinheid aufmerksam geworden. Von dieser Zeit an wurde mein Interesse geweckt. So fuhr ich im Jahre 2002 nach Steinheid und machte, da das Tor verschlossen war, einige Fotos durch den Zaun.

Ich besuchte in regelmäßigen Abständen die Seiten der nva-futt, inzwischen hatte ich auch den Besitzer der Liegenschaft ausfindig gemacht, und so kam ich auf die Seite von Siegfried Wolfram aus Haselbach und laß seine Geschichte über Steinheid. Das Interesse war wieder da und ich setzte mich telefonisch mit den Besitzer in Verbindung.  Wir machten dann einen Termin für Samstag den 13. August 2005 aus. Ich informierte Siegfried Wolfram ob er auch kommen würde und so trafen wir uns dann gegen 13 Uhr am Tor der Kompanie.

 

  Es war schon ein besonderes Gefühl wieder durch ein Tor zu gehen das sich vor 34 Jahren hinter einen geschlossen hat. Allerdings war das Tor damals etwas weiter oben. Wir gingen langsam die Asphaltstraße hinauf und erreichten die ehemalige Wache.

 

 Mir kommt das alles wieder so bekannt und vertraut vor.

 Das ehemalige Wachgebäude sah schon ganz schön mitgenommen aus. Das Fenster war ganz schön verfault, ein Wunder das die Glasscheiben noch im Rahmen hielten. Das kleine Fenster war mit einer Hartfaserplatte vernagelt. Die Eingangstür an der Rückseite stand offen. Im Gebäude nur Unrat und Müll.

 

 

 Auf der anderen Straßenseite fiel mir ein kleiner Eingang auf mit einer Stahltür verschlossen den ich vorher nicht kannte.

Siegfried Wolfram, mein Begleiter und als Offizier in Steinheid gedient , sagte mir das es das Eingangsbauwerk zum unterirdischen Gefechtsstand sei. Die Stahltür war mit einen soliden Schloß verschlossen.

 Wir gehen auf das Unterkunftsgebäude zu und hier bemerkte ich das es sich in einen ordentlichen baulichen Zustand befindet. Alles neue Fenster eingebaut und das Dach frisch mit Ziegeln eingedeckt. Früher waren es mit Schiefer gedeckt.

 

 Schon von der Ferne begrüßen mich stumm die Embleme der mit der NVA verbündeten Armeen, die man mal an der Hauswand hinter dem Vergatterungsplatz gepinselt hat.

 Wir gehen nach rechts Richtung KFZ-Garagen und treffen auf einen uns unbekannten älteren Herrn er bereitete gerade sein Mittagessen in Form von Bratwürsten auf einen Grill zu. Als er uns bemerkt, lässt er sein Mittagessen stehen, geht uns ein Stück entgegen. Wir stellen uns gegenseitig vor und fragten ob wir einen Rundgang durch die technische Zone machen könnten. Er ist damit einverstanden, wir begeben uns auf unseren Rundgang um das Gebäude  in die technische Zone. Herr Kramer ging zu seinen fast verbrannten Bratwürsten.

 

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 Das erste was mir auffiel war die Giebelseite des Gebäudes die sich in einen sehr schlechten Zustand befand. Die Schiefer hingen herunter und die Schalung war sehr marode. Eine halb verfallene Parkbank stand davor. Wir gingen am Kohlenplatz vorbei und hier lag noch vergessen und vom Gras eingewachsen das Förderband.

 

 

 Gleich dahinter kamen wir an den Resten vom Tanklager vorbei.

Von den Gebäude standen nur noch die Mauern das Dach mit den Wellasbestplatten war teilweise schon abgedeckt.

Etwas weiter hinten Richtung Zaun standen 2  einzelne Gebäude, eine Fertigteilgerage und ein Schuppen der offentlich auls Schafstall genutzt wurde. Die Holzroste auf den Fußboden und die Heuraufen an den Wänden ließen jedenfalls darauf schließen. In den Anfangsjahren der FuTK waren hier die Hunde untergebracht.

 

 

 Daneben ein Gelände das noch einmal extra eingezäunt war. Beim näheren Hinsehen waren es 3 FB-3 Bunker, zum teil noch mit Heu gefüllt. Allerdings ohne Schleuse und Belüftung. Lediglich 2 Rohre für Zu- und Ablauft waren vorhanden. Nach Informationen wurden sie Ende der 80-er Jahre gebaut, Angeblich um Minen einzulagern. Eine genaue Information konnte uns bisher keiner geben.

Ein Stück weiter kam ich dann an meiner Funkstellung vorbei.

 

                  Hier steht verlassen ein LKW W-50.

 

 

 Ich entdeckte sofort den Isolator an der Decke  für die Durchführung des Koaxkabels zur Sendeantenne.

Neugierig geworden bin ich sofort von hinten die Stellung geklettert um zu sehen ob mein selbstgemauerter Antennenfuß noch vorhanden war. Unter hohen Gras fand ich ihn auch sofort. Er befand sich noch in einen relativ guten Zustand. Der Zahn der Zeit hatte ihn nicht viel anhaben können.

 

 Auch die 4 Isolatoren zum aufnehmen der Grundplatte waren noch vorhanden. Seinerzeit hatte ich die Isolatoren aus einen Betrieb in Steinach besorgt. Es war gar nicht so einfach welche aufzutreiben. Ich entdeckte auch die Nachrichtenverteiler die es zu meiner Zeit noch nicht gab als der pioniertechnische Ausbau erfolgte. Wir hatten damals noch FFK und LFK verlegt.

Auf unseren weiteren Weg mussten wir aufpassen da wir nicht in die offenen Kabelgräben traten. Sämtliche Betonabdeckungen fehlten. Wahrscheinlich hat jemand seinen Hof damit gepflastert.

Jetzt betraten wir einen schmalen Weg der zu den beiden Hubschrauberlandeplätzen führte.

 

  Die eine Fläche ist ganz belegt mit Betonteilen der ehemaligen HSA-Anlage und des inneren Zaunes.

In unmittelbar des Landeplatzes stand die Elektroverteilung und daneben entdeckten wir ein Rohr das aus der Erde herausstand. Es sah aus wie ein Tankeinfüllstutzen. Siegfried konnte sich auch nicht erinnern das die Hubschrauber in Steinheid betankt wurden. Sie waren in Meiningen stationiert. Was sich darunter verbirgt wird wohl ewig ein Geheimnis bleiben.

 

 

Rechts neben der ersten Landefläche entdeckte ich die Stellung für unsere Vierlingsflak. Die Eisentür unter der Stellung für die Lagermöglichkeit der Munition entdeckte ich erst nach längeren suchen. Total zugewachsen. 

 

 

Weiter ging es an der fast zugeschütteten Rundumverteidigung  vorbei Richtung P-15a Stellung. Diese Stellung war etwas größer als die vordere P-15 Stellung. Hier stand der 30 m AMUR – Mast

für die Aufklärung tieffliegender Ziele.


 

 Jetzt waren wir am Zaun angelangt und wir gingen auf die 06 –Stellung zu. Die 06 war die taktische Zahl für den Höhenfinder, auch „Wackelv…….“ genannt. Er stand auf einen extra aufgeschütteten Hügel mit Betonplatten belegt. An der einen Seite noch das Fundament eines Wachhäuschens mit einen Nachrichtenverteiler. Ich war neugierig und schraubte ihn auf und schraubte ihn noch schneller wieder zu.

 

 

 

 

Im Verteiler hatten sich Wespen einquartiert. Auf der anderen Seite stand ein fast zugewachsener Koffer eines LKW’s.  er war so zugewachsen das man an die Türen nicht herankam. ( Einige Wochen später  machten ich die Türen frei und versah das Dach mit einen Teerkaltanstrich. Ich wollte ihn zu einen späteren Zeitpunkt als Funkschack ausbauen).

 

 

Am Fuß der Stellung ein Mannschaftsbunker FB-3. Innen sehr feucht und modrig. Hier hatte ich wohl den Fußboden beim Stellungsbau nicht isoliert.


               Im Bild der Lüfter, bei Stromausfall mit Handbetrieb.


 

 

Die Betten laden ein zum Schlafen. Im Hintergrund sieht man den eingezeichneten Notausgang.

Vor dem Mannschaftsbunker war ein Sportplatz errichtet worden. Links davon die größte Stellung für die P-12.

 

 

 

 

Eine Rundblickstation mit einer Yagiantenne. Sie hatte die taktische Kennzahl 08.

 Unser Rundgang geht weiter in Richtung Postenturm.

 

 Wir kletterten auf den Postenturm durch die Bodenluke. Das tragende Gerüst war neu gemacht aber der Wachturm befindet sich einen sehr maroden Zustand. Wir mussten höllisch aufpassen damit wir durch die verfaulten Fußbodenbretter nicht durchbrachen. Ursprünglich waren ringsum Fenster eingesetzt. Und ein Eisenbahnheizkörper lieferte im Winter die nötige  Wärme. Die Fenster waren alle Herausgeschlagen worden so das regen und Schnee ungehindert eindringen konnten.

 

Hier eine Episode zu unseren Postenturm

 von Richard Stahl Oberstleutnant a.D. , Rentner in Berlin

Der Postenturm in Steinheid

Mitte der 80er Jahre war ich als Stabsoffizier in der Abteilung Ausbildung des Chefs Funktechnische Truppen im Kommando der Luftstreitkräfte und Luftverteidigung in Strausberg bei Berlin tätig. Wir bemühten uns, die Ausbildung unserer Funkmeßsoldaten möglichst anschaulich zu gestalten. Und so wurde ich „Fachberater“ für einen Ausbildungsfilm: Arbeitstitel  „Visuelle Luftbeobachtung und Flugzeugerkennungsdienst“, den das Armeefilmstudio der NVA produzieren sollte. Selbstverständlich musste in diesem Film auch ein Luftraumbeobachter in Aktion gezeigt werden. Die Filmleute bestanden darauf, dass der Postenturm, auf dem der Beobachter agieren sollte, auch vom Äußeren her in einer FutK in schöner  landschaftlicher Umgebung, also mit sehenswertem Vorder- und Hintergrund stehen sollte. Auch wenn die entsprechende Filmsequenz nur wenige Sekunden zu sehen sein würde. Ich schlug die FuTK-512 vor. Mit dem Regisseur Heinz Täge besichtigten wir den Drehort. Die Filmleute waren natürlich von dieser „Location“ sehr getan, erwartete sie doch eine Dienstreise in eine der schönsten landschaftlichen Gegenden der DDR und die „Rennsteigbaude“ und das „Kieferle“ gefielen ihnen auch. Sonst hatten sie bei ihrer Filmarbeit zumeist auf drögen Truppenübungsplätzen zu tun. Nur eines „stimmte“ nicht in Steinheid: der Postenturm. An ihm hatte der Zahn der Zeit in einem doch etwas herberen Klima genagt. Also musste für die Filmaufnahmen ein neuer Postenturm her. Dazu brauchte man Holz, gutes Schnittholz.

Es ist eine Legende, dass in der DDR für die NVA alles zu haben war. Es gab zwar eine entsprechende Verordnung des DDR-Ministerrates, die sogenannte „LVO“, die die Lieferungen und Leistungen der Volkswirtschaft an die Landesverteidigung unter Vorzugsbedingungen zur Pflicht machte. Aber selbst mit der „LVO“ im Dienstreisegepäck machten wir beim Rat des Bezirkes in Suhl kein Kantholz locker; auch nicht in Gera und in Erfurt. Das mag vielleicht auch daran gelegen haben, dass Kantholz, wo es produziert wurde, auch unter der Hand zum Datschenbau „abkanalisiert“ und somit ein echter Engpass war. Aber in Frankfurt Oder gelang es uns dann doch, eine entsprechende Menge Kantholz und Bretter zu erstehen. Und so kam es, dass wir eine Ladung Holz mit dem LKW von der Oder in den Thüringer Wald quer durch die ganze DDR kutschierten. Das kommt mir gelegentlich in den Sinn, wenn ich heute in einem Baumarkt durch ein Holzlager gehe.

Nachtrag:
Natürlich konnten wir auch keine Zimmerleute organisieren. Auch für dieses Bauwerk blieb nur das in der Truppe ungeliebte Zauberwort „Truppeneigenleistung“. 

Wenn man an die Leistungen der Funkmesssoldaten, an ihren schweren und anspruchsvollen Dienst erinnert, dann muss man auch an die erheblichen Belastungen unseres Personals durch diese – im wahrsten Sinne des Wortes – Leistungen erinnern.

Der Postenturm und der Film wurden pünktlich fertig. Auf einem Festival der Filmstudios der Armeen des Warschauer Vertrages errang das Armeefilmstudio der DDR mit diesem Film einen Preis.

 


 

 

 

Unter größter Vorsicht genossen wir den herrlichen Rundblick über Steinheid. In der „Ferne“ nur ein paar 100 Meter Luftlinie entfernt, macht gebieterisch das Kieferle mit seinen 867 Metern auf sich aufmerksam. Früher drehten dort oben die mächtigen Antennen einiger dicken Funkmeßbrummer der dort oben stationierten Funkmeßkompanie der GSSD. Sie verursachten auf Grund ihrer mächtigen Sendeleistung und der relativ geringen Entfernung zum Ort manche "Probleme“ in Steinheid. An das nervende alle 10 Sekunden in Radio und Fernseher zu hörende Piepen, welches die elektromagnetischen Wellen der Radarkeule bei jeder Antennenumdrehung auslösten haben sich die Bewohner mit der Zeit gewöhnt,und über das geringere Übel, das Flackern der ausgeschalteten Neonröhren der Beleuchtung regte sich dann auch keiner mehr auf.

 

 

 Der letzte Anlaufpunkt unseres Rundganges durch die technische Zone waren die 2 Boxen des Systems 04.

Hier waren das Zugfahrzeug und der Gerätehänger des Systems WP untergebracht. Später, als der unterirdische Gefechtsstand in Betrieb ging wurde des System WP umgelagert und die beiden Stellungen als Funkerstellung für die R-140 genutzt. In der linken Stellung stand ein UNIMOG mit Schiebeschild, die rechte Stellung diente als Stellplatz für einen alten Mercedes und sonstiges Gerümpel. An den Stellungen hingen noch die Planen die die Stationen vor Wind und Wetter schützen. Bei den Anblick der Planen kommen mir auch wieder die Erinnerungen an die strengen Winter in Steinheid.

 

Ich hatte ja schon über mein Wintererlebnis während meiner Dienstzeit geschrieben – hier ein Erlebnisbericht von Siegfried Wolfram.

Die Steinheider Winter waren immer was Besonderes. Es gab in den Siebzigern und teilweise noch Anfang der achtziger Jahre recht schwere Winter. Zu den Schneemassen kam noch der Wind, teilweise über 10m/s. Die Lage der Kompanie auf einem freien Hügel tat ihr übriges.
Was haben wir Schnee geschippt. Genutzt hat es wenig, denn nach kurzer Zeit war wieder alles zugeweht. Oft war die Verlegebereitschaft der FuTK gefährdet oder nicht mehr gegeben. Wir meldeten dann dem Vorgesetzten: FuTK auf Grund schwerer Schneeverwehungen nicht mehr  verlegebereit. Schneehöhen bis 2 Meter waren normal, oftmals war der Zaun nicht mehr zu sehen. Bei den im Flachland gelegenen vorgesetzten Stäben löste dies oft Unverständnis und Ärger aus. Ich erinnere mich an eine Geschichte, wo der Bataillonsstab in Erfurt einen PKW mit 2 Offizieren losschickte, um zu überprüfen, ob unsere Wettermeldung der Wahrheit entspricht. Wir wunderten uns nur, als diese plötzlich zu Fuß das Objekt betraten. Ihr PKW war irgendwo in Steinheid im Schnee stecken geblieben. Ein gesundes Maß an Schadensfreude hat damals wohl jeder empfunden, der dies miterlebt hat.
Ein "bewährtes Schneeräumgerät" war damals ein russisches Raupenkettenfahrzeug "ATS". Zum Schneeschieben diente ein einfaches Planierschild, das über einen Seilzug höhenverstellbar vorn angebracht war. Die Raupe schob den Schnee vor ihr im wahrsten Sinn des Wortes nur vor sich her, das die Schneemassen immer wieder das lose Schild nach oben schoben und die Raupen der ATS anschließend das nicht weggeräumte Material festwalzten. Wenn das Schild wieder lockeren Schnee erreichte, "sackte" das Raupenmonstrum mit der Schnauze nach von und grub sich wieder in den Schnee ein. So entstand dann nach einigen Schneeräumversuchen auf der Zufahrtsstraße eine tolle Berg-und-Talbahn, auf die jeder Rodler stolz gewesen wäre.
Je öfter Schnee geschoben wurde, desto höher wurden die Schneemauern rechts und links der "Fahrrinne". Eine solche Rinne bot natürlich immer eine ideale Angriffsfläche für den Wind in Verbindung mit dem Schnee, denn im Nu war alles wieder zugeweht. Irgendwann wurden dann die Schneemauern so hoch, dass selbst die Raupe es nicht mehr schaffte, den Schnee aus der Rinne zu befördern, denn hinter dem Fahrzeug fiel er immer wieder zurück in die Fahrrinne.

 

 

Hier ein Erlebnisbreicht von Detlef Knoth über seine Dienstzeit in Steinheid

 

http://www.fumema.de/FuMeMa/funkmess/04_512-frame.htm

 

 


Wir gehen langsam zu Kompaniegebäude zurück und wenden uns den unterirdischen Gefechtsstand zu.

 

 

                Hier ein Wachbelehrungsmodell der FuTK-512

    dIE WEISS gekennzeichneten Wege sind die Nachtpostenwege -

durch die HSA (Hochspannungsanlage 16 KV ) genügte am Tage ein Posten auf dem Postenturm.

 

 


(Und wie es weitergeht erfahrt Ihr im Teil 2 )

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